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Fuffi der Wusel

reticon-Report von Ralf Kellershohn -- [28.10.2007]

Fuffi und Fauzie sind zwei Wusel. Wusel haben immer gute Laune. Es sei denn, sie haben mal nicht so gute Laune. Aber Fauzie hat ein Problem: Ihm fehlt die typische rote Locke am Bauch, die alle anderen Wusel so unverwechselbar macht. Ein Zauberer hat vor Generationen Fauzies Familie mit einem Zauber belegt. Ihn zu finden, ist das Ziel von Fauzis abenteuerlicher Reise, bei der ihm sein treuer Freund Fuffi beisteht.

Mit "Fuffi der Wusel" hat der Schriftsteller Tim-Thilo Fellmer eine Geschichte über das Anders-sein, Freundschaft und Mut verfasst, die, ohne dass er dies beabsichtigte, auch seine eigene Geschichte ist:
Bereits zu Beginn der Schulzeit hatte der heute 39-jährige Schwierigkeiten mit der Schrift, kam im Unterricht nicht richtig mit und mogelte sich mit Tricks und Strategien durch. Die Angst vor Situationen, in denen er plötzlich mit Lesen oder Schreiben konfrontiert werden könnte, war sein ständiger Begleiter. "Ich habe immer versucht mit Strategien und Ausreden das, was ich als peinlichen Makel, als Schwäche empfunden habe, zu verbergen und zu überspielen." Als Erwachsener versuchte er, diesem Defizit durch Kurse und Unterricht beizukommen.

"Fuffi war mein erster Text der über mehr als zwei, drei Din-A4- Seiten hinwegging.“Dass mein erster längerer Text gleich ein Buch werden würde, hätte ich mir zu Begin meines Lernens nicht träumen lassen“, sagt Fellmer. Als Erstes war da nur die Idee von „Fuffi“ als einem Wesen, das bestimmte Merkmale hat. Die Geschichte hat sich nach und nach ergeben.“"

Tim-Thilo Fellmer
Durch das Schreiben zur Schrift - Schriftsteller Tim-Thilo Fellmer überwand seine Lese- Rechtschreibschwäche

Als der Text nach vier Jahren Arbeit fertig war und von ersten Leserinnen und Lesern im Familien- und Freundeskreis begeistert aufgenommen wurde, wendete sich Fellmer an einige Verlage, die das Manuskript jedoch nicht annahmen. So fasste sich der Autor ein Herz und beschloss, sein Erstlingswerk, selbst herauszugeben.

"So sehr ich im Schriftbereich ängstlich war, so arglos war ich in Hinblick auf die Hürden in kaufmännischer Sicht, technischen Fragen der Drucklegung, des Layout und des Marketings.", erklärt Fellmer. Er suchte sich einen Illustratoren, der die Geschichte mit liebevollen Bildern ergänzte. Ein Freund half bei der Entwicklung einer Internetseite. Als die erste Palette frisch gebundener Fuffis vor der Tür stand, machte sich Fellmer auf den Weg in die Buchhandlungen - und stieß auch hier nur auf begrenztes Interesse.

Begeisterte Aufnahme fand die Reise von Fauzi und Fuffi jedoch bei jungen Zuhörerinnen und Zuhörern, denen Fellmer bei Lesungen in Kindergärten, Schulen und Büchereien vorlas. "Eine ganz besondere Situation für mich, weil mich einerseits die Begeisterung und Freude der Kinder immer wieder stark motiviert, weiter zu machen. Andererseits auch immer wieder sehr aufregend für mich. Auch wenn ich jetzt einigermaßen sicher im Lesen und Schreiben bin, ist die Situation öffentlich Lesen und Schreiben zu müssen, immer noch sehr aufregend." So versagte Fellmer sogar einmal die Hand, als er im Beisein der jungen Fans sein Werk signieren sollte. "Ich übe vor einer Lesung oft den Namen der Einrichtung, in der ich lese, sicher zu schreiben. Aber wenn jemand dann eine besondere Widmung möchte, passiert es mir immer noch, dass mir der Angstschweiß auf die Stirn tritt."

Das Buch kann direkt über die Webseite bestellt werden, ist auch im Buchhandel erhältlich. (ISBN 3-00-014997-X). Auch für Lesungen steht Tim-Thilo Fellmer gerne zur Verfügung. "Ein großer Traum wäre natürlich, dass ein Verlag "Fuffi" in sein Programm aufnimmt. Dann könnte ich mich ganz dem Schreiben widmen.", so Fellmer. Ideen für neue Geschichten hat Fellmer bereits genug. Dem Autor, seinen Wuseln und den jungen Bücherfans wäre das nur zu wünschen.

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