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Schulen und Notebooks

Schulen und Notebooks

18.05.2007, (MR)

Ein Artikel der New-York Times, der sich kritisch mit Notebook-Projekten an Schulen auseinandersetzte und vom "Scheitern" dieser Projekte berichtete, rollt inzwischen auch die deutsche Bildungslandschaft auf.

Aufgegriffen wurde der Artikel von Spiegel und danach reihen sich die Blogs und Bildungsseiten, die das Thema aufgreifen.

Nachdem nun Schulen ans Netz und Lehrer-Online in einer Art "Offener Brief" Stellung bezogen haben und versuchen den Weg der Notebook-Klassen weiter zu stützen nur einige Gedanken zur aktuellen Diskussion.

Gabi Reimann hat in ihrem Blog auf einige Dinge hingewiesen, die auch in dem offenen Brief wieder aufgegriffen werden. Notebook-Unterricht steigert wohl nicht primäre fachliche Leistungen - vielleicht wird etwas geschult, das nicht mit den bisherigen Test erfasst wird. Schüler experimentieren und zweckentfremden die Technik - schlussendlich sind Finanzierung und Betrieb das dritte "Problem".

Interessant in der Diskussion ist immer wieder das Argument, dass sich Unterricht und Schule ändern muss, damit Konzepte wie "Notebook-Klassen" wirklich greifen können. Doch stellt sich mir die Frage, was hier an erster und was an zweiter Stelle genannt gehört. Ist nicht eine Änderung des Unterrichts der primäre Faktor, in dem dann vielleicht auch ein Notebook "einfacher" seine pädagogische Rolle bekommen kann. Häufig kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Notebooks bzw. allgemeiner so etwas wie ICT als Aufhänger genommen wird eine (sicherlich überfällige) Reform von Unterricht einzufordern.

Doch welche Rolle und welche Bedeutung haben "Neue Medien" dann tatsächlich - sind sie Motor, Aufhänger und Anlass? Und welche Wirkung können diese Medien tatsächlich erzielen bzw. welche Wirkung ist ohne sie möglich?

Denn trotz aller Medien-Euphorie müssen sich die Projekte natürlich auch die finanziellen Rückfragen gefallen lassen? Wie viele Fortbildungen sind nötig - welche anderen Fortbildungen müssen deshalb vielleicht zurückstehen?

Über die Notebook-Klasse hinaus: Wie viele Schulbücher, Bleistifte, Hefte und Lehrer könn(t)en für die 175,- Dollar des "One Laptop per child"-Projektes finanziert werden.

Da wir schon des öfteren falsch verstanden wurden - nein, wir sind nicht gegen neue Medien und auch nicht grundsätzlich gegen Notebookklassen. Ja, wir sind für Lehrerfortbildungen im Bereich Neue Medien und den sinnvollen und gezielten Medieneinsatz im Unterricht - trotz alledem müssen auch Antworten auf ketzerische Fragen gegeben werden.

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