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Öffentlich finanzierte Forschung und Open Access

Öffentlich finanzierte Forschung und Open Access

08.08.2007, (MR)

Nachdem Open Access als Publikationsform in letzter Zeit zwar langsam aber dann doch immer weitere Verbreitung findet, stellte sich uns die Frage, inwiefern Open Access bei öffentlich finanzierter Forschung eine Rolle spielt.

Ende Januar 2006 hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG "Open Access" in ihren Förderrichtlinien festgeschrieben:

""Die DFG erwartet, dass die mit ihren Mitteln finanzierten Forschungsergebnisse publiziert und dabei möglichst auch digital veröffentlicht und für den entgeltfreien Zugriff im Internet (Open Access) verfügbar gemacht werden. Die entsprechenden Beiträge sollten dazu entweder zusätzlich zur Verlagspublikation in disziplinspezifische oder institutionelle elektronische Archive (Repositorien) eingestellt oder direkt in referierten bzw. renommierten Open Access Zeitschriften publiziert werden." (Quelle: DFG)

Dabei gibt es rein formal in der Wissenschaft eine breite Front an Unterstützung (s. z.B. die Berliner Erklärung) - in der Praxis ist Open Access noch weit vom "Standardzugang" entfernt.

Auch wenn Copyrights in den USA teilweise einer anderen Kultur unterworfen sind als in Europa, gibt es dort einen anderen Umgang und Open Access scheint in der Politik tiefer verankert zu sein. So meldete Telepolis am 24. Juli,

"die Ergebnisse von Forschungen, die ganz oder teilweise mit öffentlichen Geldern durchgeführt wurden, spätestens zwölf Monate nach ihrer Veröffentlichung kostenlos online zur Verfügung zu stellen." (Quelle: Telepolis)

Dem Gesetz fehlt noch die letzte Zustimmung, aber es ist auf jeden Fall eine Weichenstellung erkennbar.

Wir haben daraufhin das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) angefragt, wie man dort zu Open Access steht - nicht zuletzt vor dem Hintergrund der großen Förderlinien, die jüngst z.B. in den Pharmabereich gehen.

Die Antwort der BMBF-Pressereferentin auf unsere Anfrage hinterlässt ein etwas zwiespältiges Gefühl. Open Access wird als Begriff erst gar nicht aufgegriffen, sondern es wird schwammig von einer "angemessenen Weise der Veröffentlichung" gesprochen im Anschluss an die "Sicherung der gewerblichen Schutzrechte".
 Es  wird dann auf Publikationen in Fachzeitschriften, Messepräsentationen etc. verwiesen - kein Wort, dass die Publikationen in einer Open Access Publikation empfohlen werden.
Einzig der Projektabschlussbericht wird in Hannover in der Technischen Informationsbibliothek hinterlegt und ist darüber zugänglich.

Fazit: Für Open Access ist es in Deutschland noch ein weiter Weg - sowohl in Wissenschaft als auch in der (Bildungs)-Politik.

 

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